Kurzinhalt

Zhenya und Boris, ein Paar aus der gehobenen russischen Mittelschicht, stehen vor den Trümmern ihrer Ehe. Längst ist die frühere Zuneigung bitteren Anschuldigungen gewichen, die gemeinsame Wohnung steht zum Verkauf, beide sind bereits in neuen Beziehungen. Im Zentrum des Debakels und gleichzeitig völlig abseits steht ihr 12jähriger Sohn Alyosha, dessen Schmerz und Einsamkeit niemand wahrnimmt. Keiner der Eltern will ihn in ein neues Leben mitnehmen, ein Internat steht zur Debatte. Als die Vorwürfe zwischen Zhenya und Boris erneut eskalieren, verschwindet Alyosha plötzlich, was die Polizei tatenlos hinnimmt. Im Rahmen einer groß angelegten Suchaktion von Freiwilligen müssen sich die Ex-Partner wider Willen zusammentun, um das letzte, was sie noch verbindet, aufzuspüren….

Als Geschichte erkalteter Beziehungen und Kommentar auf die moderne russische Gesellschaft inszenierte Regisseur Andrey Zvyagintsev mit LOVELESS den Nachfolger seines mehrfach ausgezeichneten Dramas „Leviathan“ (2014), für das er 2015 unter anderem einen Golden Globe erhielt und für den Oscar nominiert war. Mit sorgfältigem Realismus entwirft er auch in LOVELESS ein Tableau zwischenmenschlicher Gleichgültigkeit: Die Lebensenttäuschung und der oberflächliche Materialismus, dem die Hauptfiguren verfallen sind, machen den Film über das Familienportrait hinaus zu einem intensiven Dokument emotionalen Rückzugs, dem vor allem Unbeteiligte zum Opfer fallen. In den Hauptrollen überzeugen Maryana Spivak und Alexey Rozine, die Kamera führte Michail Kritschman.

Auf dem Cannes Filmfestival 2017 wurde LOVELESS mit dem Preis der Jury ausgezeichnet, er hat eine Golden Globe Nominierung erhalten und ist nun nominiert für den Oscar als Bester Fremdsprachiger Film.

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